PRO-Active approach to Neurorehabilitation integrating air splints* and other therapy tools
(* Urias® Johnstone air splints)

URIAS® Johnstone Luftpolsterschienen, eine Hilfe in der neurologischen Rehabilitation

Die aufblasbaren Schienen oder URIAS® Johnstone Luftpolsterschienen können ein unschätzbares Hilfsmittel sein und die Therapie in der neurologischen Rehabilitation erleichtern.

Sie wurden durch Margaret Johnstone, FCSP (Gemeinschaft der Chartered Gesellschaft für Physiotherapie) und ihrer Schwester Ann Thorp entwickelt.
Diese beiden schottischen Physiotherapeutinnen erkannten, dass ein Therapeut nie genug Hände hat, um die Therapiezeit bei Schlaganfallpatienten optimal zu nutzen. Dies war der Grund, weshalb sie mit der Entwicklung des autonomen Trainings in der Gruppentherapie begannen und die Familienmitglieder beim Rehabilitationsprozess einbezogen. In den 60er Jahren war das autonome Training und der Einsatz von spezifischen Hilfsmitteln recht innovativ[1].

Die URIAS® Johnstone Luftpolsterschienen sind eines dieser Hilfsmittel; sie sind aus flexiblem PVC und werden von Mund bis zu einem Druck von maximal 40 mm Hg aufgeblasen. Sie sind in verschiedenen Formen und Größen erhältlich.
Es gibt eine grosse Auswahl von Luftpolsterschienen die speziell entwickelt wurden für:

Die Luftpolsterschienen werden oft während dynamischen 'hands-on' Behandlungseinheiten eingesetzt, wie zum Beispiel bei Bodenübungen auf der Matte, Gewichtsübernahme auf die betroffene Körperseite zur Anpassung der Muskel- und Gelenkausrichtung und zur Erleichterung der vielfältigen Rumpf-, Hüft-, und Schulterarbeit bei schwerer motorisch-funktioneller Beeinträchtigung.
Sie werden auch bei handlungsorientierten Aufgaben verwendet, um zusätzliche Sicherheit und Stabilität wie beispielsweise an Ellbogen, Knie oder Knöchel zu bieten.
The URIAS® Johnstone Luftpolsterschienen sind ideal für die 'hands-off' Arbeit, also dann, wenn die Schlaganfallpatienten die Bewegung selber kontrollieren sollen, ohne die geführte Bewegungsunterstützung durch die Therapeuten. Der Druck in den Luftpolsterschienen gibt zusätzliche Stabilität und Sicherheit und erleichtert die Handhabung des gelähmten Körperteils. Die lange Luftpolsterschiene für den Arm ist beispielsweise ein zentrales Element beim Einsatz der von Margaret Johnstone entwickelten Schaukelstuhladaptation[2].

Die Luftpolsterschienen sind für viele Patienten und ihre Therapeuten eine wertvolle Rehabilitationshilfe geworden. Der umsichtige, proaktive Therapeut wird ihren Nutzen und ihre Grenzen schnell entdecken, unabhängig vom zugrundeliegenden theoretischen Behandlungsansatz.
Der theoretische Hintergrund des Johnstone Ansatzes[3] is eklektisch. In seiner aktuellen Version wird er seit Januar 2007 als pro-aktiven Ansatz in der Neurorehabilitation, welcher Luftpolsterschienen und andere Therapie-Tools integriert, bezeichnet (PANat)[4].

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Zusammenfassend

kann gesagt werden, dass die URIAS® Johnstone Luftpolsterschienen entwickelt wurden zum Gebrauch:

  • innerhalb der häuslichen Umgebung
  • sowohl während der 'hands-on' als auch während der 'hands-off' Therapie. Die Tragdauer richtet sich nach dem Zweck und nach der Art der Schiene. Sie soll maximal 20 Minuten, beziehungsweise für Erwachsene kann sie eine Stunde dauern. Der Druck darf nicht mehr als 40 mm Hg überschreiten.

Sinn und Zweck des Einsatzes der Luftpolsterschienen:

  • Biomechanische Vorteile:
    • zur Beeinflussung des Muskeltonus und zur Vermeidung von Weichteilverkürzungen
    • zur Stabilisierung und Mobilisation der zu behandelnden Extremität
    • zur Vorbeugung und zur Behandlung von Spätfolgen bei Weichteilverkürzungen.
  • Dynamische Steigerung des sensorischen Inputs:
    • bei der dynamischen Gewichtsverlagerung auf die zu behandelnden Extremität. Bei Stützaktivitäten mit der Langarm-Luftpolsterschiene vermittelt der sich ständig verändernde Druck zusätzlichen sensorischen Input
    • bei übungen zur Gewichtsverlagerung werden auch die propriozeptiven Rezeptoren stimuliert
    • in Kombination mit der intermittierenden Luftdruckpumpe[5].
  • Praktische und psychologische Vorteile:
    • bei der aktiven Beteiligung und autonomen übungspraxis
    • um die Handhabung zu erleichtern und dem Betroffenen zusätzliche Stabilität und Sicherheit zu geben

 

Literaturhinweise:

  1. De Weerdt W et al, Time use of stroke patiens in an intensive rehabilitation unit : a comparison between a Belgian and a Swiss setting. Disability and Rehabilitation, 2000; vol 22, no 4, 181-186.
  2. * Feys H et al, Effect of a Therapeutic Intervention for the Hemiplegic Upper Limb in the Acute Phase After Stroke, Stroke, 1998; 29; 785-792.
    * Feys H et al, Early and Repetitive Stimulation of the Arm Can Substantially Improve the Long-Term Outcome After Stroke : A 5-Year Follow-up Study of a Randomiszed Trial, Stroke, 2004; 35; 924-929.
  3. * Margaret Johnstone war vor allem ein brillanter Kliniker. Die ursprüngliche Literatur gibt viele praktische Übungen und Denkanstöße. Der Leser muss berücksichtigen, dass das Theoriegebäude auf wissenschaftlichen Erkenntnissen in den 70er Jahren basiert.
    * Johnstone M, Restoration of Normal Movement after Stroke, Churchill Livingstone, 1995. ISBN 0-443-05247-6
    * Johnstone M, Home Care for the Stroke Patient : Living in a Pattern. Third edition, Churchill Livingstone, 1996. ISBN 0-443-05660-9
  4. Theoretical framework and clinical management of PANat - Gail Cox Steck (© 2009, revised 2015)
  5. Cambier DC et al., Treating sensory impairments in the post-stroke upper limg with intermittend pneumatic compression. Results of a preliminary trial. Clinical Rehabilitation, 2003 ; 17 : 14-20.

Auf Englisch liegen nicht viele Publikationen vor.
Für deutsche Publikationen suchen Sie nach Namen wie: Wälder Franziska (www.panat-laptool.ch) und Cox Steck Gail.
Weiterbildungsseminare werden in verschiedenen Ländern angeboten: siehe Homepage http://www.panat.info
oder kontaktieren Sie:
Anne-Marie VERSTRAETEN, Public Relations Officer PANat (Johnstone)
(amverstraeten@advalvas.be)

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