J-LPS = Abkürzung zu (Johnstone)-Luftpolsterschiene
Hinweis: Die nachstehenden Erläuterungen sollen Sie in Ihrer eigenen Praxis unterstützen und nicht das klinische Denken anderer ersetzen.
Daher können wir in keiner Weise für Ihre Entscheidung, wie Sie die Johnstone-Luftschienen verwenden, verantwortlich gemacht werden.
Diese Erklärungen sind das Ergebnis jahrelanger klinischer Erfahrung und von Rückmeldungen aus der medizinischen Welt. Wenn Sie andere Erfahrungen gemacht haben, würden wir uns über Ihr Feedback freuen.
Als Regel gilt, dass die J-LPS nicht auf die unbedeckte Haut appliziert werden sollen. Ein Baumwollstrumpf (Tube gaze) soll die Haut schützen.
Als Ausnahme gilt: J- LPS für die Hand und für die Finger sowie die Fuss-LPS mit einer Kammer können direkt auf die Haut appliziert werden. Weitere Anweisungen entnehmen Sie bitte der Benutzeranleitung (User Guide)
Es gibt unterschiedliche Gründe: als hygienische Massnahme und zur Vermeidung von Schweissirritationen. Zudem soll vermieden werden, dass beim Entfernen der Luftpolsterschiene die PVC-Folie auf der Haut haften bleibt. Das würde eine zusätzliche sensorische Stimulation bedeuten und eine unerwünschte Muskelstimulation zur Folge haben.
Nein, denn der Druck in der J-LPS steigt, wenn sich die Luft erhitzt. Zudem könnte der Lupen-Effekt zu Verbrennungen führen. (Konzentration von Sonnenstrahlen im PVC-Material)
Nein, die J-LPS sind keine Lagerungsschienen. Sie sollten bei übungssequenzen während dem aktiven Training eingesetzt werden.
Sofern die Luftpolsterschienen in einer Trainingseinheit dynamisch genutzt wird, kann sie bis zu 45 Minuten getragen werden. In der Rehabilitation von Erwachsenen können die J-LPS während 30 Minuten passiv genutzt werden und zwar um Muskelsteifheit und Kontrakturen zu behandeln oder zur Behandlung mit der intermittierenden Druckapplikation zur sensiblen Stimulation.
Das Maximum beträgt 40 mm HG. Doch am allerwichtigsten ist es, dass der atient sich darin wohl fühlt.
Die aufgeblasene Luftpolsterschiene muss sich für den Patienten angenehm anfühlen. In aufgeblasenem Zustand muss ein leichtes Zusammendrücken der Luftpolsterschiene möglich sein.
Die warme Atemluft aus den Lungen macht das PVC-Material weich und geschmeidig. Es lässt sich leichter um die Extremität modellieren. Zudem benötigt man beide Hände, um die Extremität exakt in der Luftpolsterschiene zu platzieren, während die J-LPS mit der eigenen Atemluft gefüllt wird.
Nein, die J-LPS wurden von Margaret Johnstone als therapeutische übungsmittel entwickelt. Sie können überall da eingesetzt werden, wo Therapeuten einen Bedarf sehen. Zum Beispiel im Rehabilitationsprozess von Patienten mit Multipler Sklerose, rheumatischer Arthritis, geschwollenen Händen oder gewissen orthopädischen Problemen.
Ein Sortiment von Kinderluftpolsterschienen wurde für die Behandlung von CP-Kindern entwickelt. Die für Kinder entwickelten J-LPS-Modelle sind jedoch nicht nur für CP-Kinder, sondern auch für Kinder mit anderen Problemen zu gebrauchen.
Jawohl, und zwar solange, wie sich das Tragen der J-LPS angenehm für die Patienten anfühlt und die J-LPS als vorbereitende Massnahme zur Mobilisation eingesetzt werden können.
Nein, die Doppelkammer-Luftpolsterschiene für das Bein darf nicht zum Gehen benutzt werden. Sie wurde zum physiologischen Alignment des Beins beim Stehen entwickelt. Sie wird beim Balance-Training wie auch bei übungen zur Rumpf- und Hüftkontrolle eingesetzt.
Die Luftpolsterschienen müssen nach jeder Benutzung mit einem Desinfektionsmittel desinfisziert werden. Sofern der Patient keine speziellen Infektionsprobleme hat und die krankenhausinternen Hygiene-Bedingungen respektiert werden, können die gleichen J-LPS bei verschiedenen Patienten benutzt werden.
Ja, aber nur wenn jeder Therapeut seinen eigenen Luftfilter oder das eigene Zusatzstück zum Luftfilter benutzt, um sich selber zu schützen.
So lange, bis er sich durch die Feuchtigkeit der ausgeblasenen Luft gelblich verfärbt. Zur Trocknung des Granulats und Wiederverwendung siehe Benutzerhandbuch.
Um die Innenseiten der Luftpolsterschiene so trocken wie möglich zu halten, da die ausgeatmete Luft Feuchtigkeit enthält. Aus hygienischen Gründen soll das Ventil der J-LPS beim Nichtgebrauch geöffnet bleiben und mit dem Ventil nach unten weisend aufgehängt werden.
Vermutlich weil die Luftpolsterschienen von einem Raucher aufgeblasen wurden.
Es wird empfohlen nach der Reinigung die J-LPS bei geöffnetem Reissverschluss mit Ventil nach unten weisend aufzuhängen.
Es ist auch möglich, die J-LPS flach auf einem Tablar aufzubewahren.
Für den Transport können die J-LPS zusammengelegt werden. Ansonsten ist es besser, die J-LPS bei der Lagerung nicht zu falten, um das Material nicht zu beschädigen.
Je nach Position, kann das Loch mit einem speziellen PVC-Leim temporär geflickt werden. Aber meistens gelingt die Reparatur nicht zufriedenstellend. Die reparierte J-LPS wird meistens nicht lange halten.
Wenn der Verdacht auf eine tiefe Venenthrombose in der zu behandelnden Extremität oder eine rechtsseitige Herz-Insuffizienz besteht, sollte für den Gebrauch der J-LPS ausdrücklich der zuständige Arzt um Erlaubnis gefragt werden.
Margaret Johnstone, FSCP, entwickelte den Einsatz der J-LPS für die Behandlung von sensorischen und motorischen Problemen von Hirnschlagpatienten. Klinische Erfahrungen zeigen weitere Vorteile auf. Beachten Sie das Benutzerhandbuch für weitere Informationen.
Jawohl, es gibt bereits viele therapeutische Hilfsgeräte, welche ermöglichen, dass der Patient für sich zu Hause selbstständig üben kann. Das Training beinhaltet spezifische Repetition und Variation in der Repetition. Für einen korrekten und effizienten Einsatz der PANat-Hilfsgeräte verweisen wir Sie auf die Workshops und Kurse.
Die J-LPS werden offiziell als URIAS® Luftpolsterschienen bezeichnet. Sie werden bei Arden Medical (UK), hergestellt und können in vielen Ländern gekauft werden. Die Liste der Länder ist auf der Website von Arden Medical (UK)zu finden.
Das sensorische System soll dadurch zusätzlich stimuliert werden. Der Einsatz des intermittierenden Drucks kann auch ödeme reduzieren.
Die Luftpolsterschiene wird korrekt appliziert und per Mund aufgeblasen. Anschliessend wird der Schlauch an das intermittierende Druckgerät angeschlossen, das Ventil geöffnet und das Gerät angestellt.
Nicht ohne explizite Erlaubnis und überwachung des zuständigen Arztes.
Nicht ohne explizite Erlaubnis und überwachung des zuständigen Arztes.
Die J-LPS sind Hilfsmittel und sollen die Rehabilitation unterstützen.
Die goldene Regel lautet: Validiere die Aussage des Patienten und suche nach Wege, damit ihm das Tragen der J-LPS möglichst angenehm ist.
Finde heraus wo und weshalb die J-LPS schmerzt und überlege, ob es angepasst ist, die J-LPS zu benutzen:
Ja, es gibt Therapeuten, die die J-LPS im Wasser einsetzen. Einmal mehr, dies basiert auf dem gesunden Menschenverstand und dem klinischen Denken.
Die Wunde muss mit einem dünnen Verbands-Material geschützt werden, und das Tragen der J-LPS soll für den Patienten angenehm sein. Zusätzliche Vorsicht wird empfohlen: Desinfiziere die J-LPS vor und nach Gebrauch oder nimm immer die gleiche für den betreffenden Patienten.
Margaret Johnstone, FSCP, führte die Verwendung von Luftpolsterschienen ein, als sie zusätzliche Hände benötigte, um sensomotorische Probleme aufgrund eines Schlaganfalls zu behandeln. Klinische Erfahrungen haben zusätzliche Vorteile gezeigt; weitere Informationen finden Sie im Benutzerhandbuch.
Die Änderung des Namens in PRO-Active approach to Neurorehabilitation integrating air splints and other therapy tools (PANat) spiegelt die Weiterentwicklung des Johnstone-Ansatzes durch die Integration zeitgenössischer theoretischer Überlegungen (z.B. Systemmodell der motorischen Kontrolle und Theorien zum motorischen Lernen) und hält an der grundlegenden Philosophie von Margaret Johnstone fest: "Gib der Neuroplastizität eine Chance" nach Hirnschäden.
Margaret Johnstone wollte die Patienten und ihre Betreuer befähigen, indem sie ihnen einfache Mittel an die Hand gab, um außerhalb der Therapiezeit selbst zu arbeiten; sie würde "gute Gewohnheiten" (Qualität der Bewegung) lehren und fördern. Die Gruppentherapie (auch für Patienten mit geringer motorischer Erholung und neuropsychologischen Problemen) war nur eine ihrer Möglichkeiten, die Therapiezeit zu verbessern und Spaß und gegenseitige Ermutigung einzuführen.
Ein Therapieansatz ist kein Rezeptbuch: Klinisches Denken, der Umgang mit Patienten und die Anwendung der PANat-Therapie-Tools können nur in interaktiven Situationen erlernt werden.
Ein einfaches intermittierendes Druckgerät, das eine Druckveränderung von 10 bis 40 mm HG ermöglicht und sich dem Atemrhythmus annähert (3-5 Sekunden für das Aufblasen und 3-5 Sekunden für das Ablassen der Luft), verbunden mit einem J-LPS (das zuvor korrekt an der Gliedmaße angebracht und aufgeblasen wurde), kann als zusätzlicher sensorischer Input verwendet werden.
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Geringe motorische Erholung bezieht sich auf Patienten mit sehr geringer oder keiner motorischen Kontrolle. Unter Verwendung des Chedoke-McMaster Stroke Assessment, Beeinträchtigungsinventar, wird ein Wert von 1 bis 4 (von 7) als geringe motorische Erholung eingestuft.
PANat kann bei allen Arten von sensomotorischen Problemen nach einem Schlaganfall eingesetzt werden. Sie bietet Behandlungsmöglichkeiten für die Gruppe der Patienten mit sensorischen Problemen und/oder geringer motorischer Erholung, sei es für die gesamte Gliedmaße oder für ein lokales Problem (proximal oder distal).
Ja. Nach der Mobilisierung der Muskeln und Gelenke kann eine Langarm-LPS oder eine Kombination aus Hand- und Ellbogen-LPS angelegt werden, wobei die Ausrichtungsmöglichkeiten von Arm und Hand. Nach 15 Minuten kann die Luftpolsterschiene(n) vorsichtig entfernt und erneut angelegt werden: In der Regel ist eine beginnende Korrektur und
Abnahme der Steifigkeit bemerkbar.
In der Regel dauert es mehrere Wochen, um die Ausrichtung der Gliedmaßen Schritt für Schritt zu verbessern. Dies kann in der Tat aus hygienischen Gründen und aus Gründen des allgemeinen Komforts für den Patienten notwendig sein.
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